Zen im Alltag, Teil 6.
.................................

Als erstes haben wir uns auf unseren Körper zu besinnen und uns gerade hinzusetzen. Der zweite Punkt ist jetzt, diesen Atem auszurichten. Der Körper kann dann als ganz leicht und frei erlebt werden. Wenn wir sitzen, ist es wichtig, dabei den oberen Körper zu entspannen, die Schultern zu lockern und vor allen Dingen die Verspannung aus dem Zwerchfell zu nehmen. Alle Kraft und Verspannung aus dem oberen Körperteil einfach hinunterfließen lassen, loslassen. Danach kann beim Ausatmen der Bauch flach werden. Wenn beim Ausatem der Bauch nicht flach wird, heißt das, dass wir nur bis zum Zwerchfell ausatmen können, dass wir dort verspannt sind, dass wir uns dort festhalten. Wenn sich das Zwerchfell verspannt hat, dann können wir nicht lange ausatmen. Warum ist der lange Ausatem so wichtig? Weil auf einen langen Ausatem auch ein langer Einatem folgt. Der Ausatem gibt unserem Körper und unserem Geist eine Weichheit, eine Offenheit, und der Einatem bringt neue Energie, neues Leben in unseren Körper hinein. Deswegen sind beide Aspekte so wichtig, und nur so können wir eine Frische und eine Weite in unserem Geiste erleben.

Um einen langen Atem für unsere Gesundheit zu haben, könnte man sagen, dass man acht Sekunden lang ausatmen sollte. Im Alltag kann das natürlich variieren, wenn man zum Beispiel rennen muss. Dann wird der Atem entsprechend anders, aber generell ist es ein sehr gesunder Körperzustand und Geisteszustand, wenn wir acht Sekunden aus- und acht Sekunden einatmen können. Dieser Atemrhythmus ist möglich. Es ist wichtig, an diesem Punkt lange und weit auszuatmen, bis der Bauch ganz flach wird. Das ist möglich. Und dann möchte der Körper von alleine wieder einatmen. Und diese Kraft im Körper nicht nach oben ziehen, nicht von den Lungen her nur einatmen, sondern den Bauch nach vorne gehen lassen, den Bauch nach vorne strecken, denn sonst wird er noch mehr verspannt. Diese Aus- und Einatmung ist äußerst wichtig, wie zum Beispiel auch für Kinder, die an Asthma erkrankt sind. Die an und für sich nicht einzuatmen scheinen können, doch das Problem liegt daran, dass sie nicht ausatmen können. So sehr tragen sie diesen Druck und diesen Stress schon in sich. Auch wir im Alltag haben oftmals einen sehr kurzen Atem, weil wir unter Druck stehen, weil wir diesen Stress spüren. Deswegen ist es wichtig, sich immer wieder daran zu erinnern, wie weit und tief der Atem sein kann. Denn nur dann kann unser Geist frisch und erholt sein.

Ich habe leider nicht genügend Zeit, ich könnte mich noch ewig über den Atem unterhalten. Aber eines möchte ich noch sagen: dass wir zuerst den Körper haben und den Atem. Das sind beides Aspekte der Form, mit denen noch relativ leicht umzugehen ist. Doch dann haben wir noch den Aspekt des Geistes. Auch dieser Geist muss ausgerichtet werden. Es ist besonders wichtig, in dieser so bewegten Zeit. Wie können wir für andere Menschen von Hilfe sein? Wie können wir ein Wegweiser für andere Menschen sein? Wir können das nur sein, wenn wir in unserem eigenen Geist diese Ruhe gefunden haben.

(weiter:)